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Warum sagen wir eigentlich…

Wir haben schon mal sprichwörtlich «ein Brett vor dem Kopf», «hauen über die Schnur» oder sind «auf dem Holzweg». Wenn wir etwas richtig erraten oder tun, «treffen wir den Nagel auf den Kopf» und wenn wir eine Sache professionell angehen, machen wir «Nägel mit Köpfen». Schalten wir uns jedoch unbefugt ein, dann «pfuschen wir jemandem ins Handwerk». Und Räuber nehmen nicht selten alles mit, was nicht «niet- und nagelfest ist».

 

Fast täglich brauchen wir – bewusst oder unbewusst, oft sogar floskelhaft – Sprichwörter und sprichwörtliche Redensarten, deren Sinn und Bedeutung man erahnt, aber nicht immer genau kennt.

 

Wo kommen diese Redewendungen her? Etliche lehnen an traditionelles Handwerk an. Wir haben recherchiert und stellen Sie Ihnen zum Jahresende vor.

 

Nägel mit Köpfen machen. Eine Sache richtig/perfekt/professionell/ordentlich machen.

 

Eine Nagelprobe machen. Etwas auf Tauglichkeit prüfen; eine Sache einer entscheidenden/wichtigen Prüfung unterziehen.

 

Etwas an den Nagel hängen. Eine Tätigkeit beenden/aufgeben.

 

(Wie) vernagelt sein. Begriffsstutzig, stur, borniert, uneinsichtig sein.

 

Nigelnagelneu sein. Funkelnagelneu sein.

 

Alles, was nicht niet- und nagelfest ist. Alles, was sich leicht mitnehmen/transportieren lässt.

 

Über die Schnur hauen. Übermütig sein, übertreiben.

 

Neben der Schnur sein. Unkonzentriert, geistig verwirrt, erschöpft sein.

 

Ein Dach über dem Kopf haben. Eine Unterkunft haben; nicht im Freien leben/ schlafen müssen.

 

Etwas unter Dach und Fach bringen. Etwas erledigen/abschliessen/fertigstellen; etwas beschliessen.

 

Lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach. Lieber einen kleinen sicheren Gewinn als unsichere Hoffnungen.

 

Jemandem aufs Dach steigen. Jemanden unter Druck setzen; jemanden zurechtweisen/bestrafen; sich heftig beschweren.

 

Ein Brett vor dem Kopf haben. Jemand ist begriffsstutzig und sieht die naheligendsten Dinge nicht.

 

Bei jemandem einen Stein im Brett haben. Jemandem sympathisch sein; jemandes Wohlwollen geniessen.

 

Das Brett bohren, wo es am dünnsten ist. Es sich besonders leicht/einfach machen; den Weg des geringsten Widerstandes gehen.

 

Etwas in den Kamin schreiben. Etwas als Verlust ansehen; etwas als verloren betrachten müssen.

 

Jemandem ins Handwerk pfuschen. Sich unbefugt einmischen.

 

Jemandem das Handwerk legen. Ein schlechtes Treiben beenden; kriminelle Handlungen beenden.

 

Jemanden auf den Plan rufen. Jemand wird beauftragt/veranlasst, etwas zu tun.

 

Null/keinen Plan haben. Keine Ahnung haben.

 

Auf dem Holzweg sein. Sich irren.

 

Vom Regen in die Traufe kommen. Von einem schlimmen Zustand in einen noch schlimmeren geraten.

 

Alles im Lot sein. Alles ist in Ordnung. Ist dagegen etwas «aus dem Lot geraten», dann ist es unsicher, gestört, durcheinander.

 

Jemanden in der Zange haben/in die Zange nehmen. Jemanden bedrängen, unter Druck setzen.

 

Mit eisernem Besen kehren. Rigorose Massnahmen einleiten.

 

Kennen Sie weitere Sprichwörter aus dem Bereich des Handwerks?
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